Was
verbindet Warendorf mit der berühmten Schlacht bei Waterloo? Mehr, als
man auf den ersten Blick vermuten würde. Am 3. März um 18 Uhr laden das
Westpreußische Landesmuseum in Warendorf und der Heimatverein Warendorf
zu einem spannenden historischen Vortrag ein, der überraschende
regionale Bezüge zu einem der bekanntesten Ereignisse der europäischen
Geschichte aufzeigt.
Unter dem Titel „Warendorf – Westpreußen – Waterloo“ nimmt der
Historiker Dr. Dirk Ziesing (Bochum) die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in
die Zeit der Befreiungskriege. Nach Napoleons gescheitertem
Russlandfeldzug und der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813
formierte sich eine Allianz gegen Frankreich, der auch Preußen
angehörte. In Westfalen wurden Landwehr-Regimenter aufgestellt –
organisiert unter anderem von Offizieren aus Westpreußen. Auch aus dem
Raum Warendorf schlossen sich zahlreiche Männer diesen Verbänden an.

Als Napoleon 1815 aus dem Exil auf Elba zurückkehrte, kam es
zum entscheidenden Feldzug. In der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni
1815 spielte die preußische Armee unter Generalfeldmarschall Blücher
eine zentrale Rolle. Der berühmte Ausspruch des britischen
Oberbefehlshabers Wellington – „Ich wollte, es wäre Nacht, oder die
Preußen kämen“ – verweist auf die sehnsüchtig erwartete Unterstützung.
In der entscheidenden Phase griff auch die westfälische Landwehr ein und
trug maßgeblich zur Niederlage Napoleons bei.

Der Referent Dr. Dirk Ziesing erforscht seit vielen Jahren die
Militärgeschichte Westfalens im 19. Jahrhundert und hat zahlreiche
Publikationen zu diesem Thema vorgelegt. In seinem Vortrag verbindet er
große europäische Geschichte mit regionalen Perspektiven und macht
deutlich, welche Rolle Menschen aus Warendorf und Westpreußen in den
dramatischen Ereignissen von 1815 spielten.
Interessierte sind herzlich eingeladen, sich auf eine lebendige
und kenntnisreiche Zeitreise in eine bewegte Epoche zu begeben.